Du bist sechs Jahre alt. Deine Mutter schickt dich in den Keller, Sprudel holen. Du weißt, dass er dort unten wartet. Du weißt es, seit du denken kannst. Und heute Abend ist er hungrig.


Du bist sechs Jahre alt. Deine Mutter schickt dich in den Keller, Sprudel holen. Du weißt, dass er dort unten wartet. Du weißt es, seit du denken kannst. Und heute Abend ist er hungrig.

Daniel ist neun und kann Löffel verbiegen. Nicht mit den Händen – mit seinen Gedanken. In einer Familie, die ihn nicht sieht, trainiert er heimlich seine Fähigkeit. Bis jemand ihn zu weit treibt.

Eine Pistole, ein Taxi und eine Nacht in Stuttgart. Hartmut wollte eigentlich nur sterben. Aber zwischen dem Entschluss und der Tat liegt eine ganze Stadt voller falscher Abzweigungen.

Sylvia lächelt. Für die Kameras, für die Partei, für Peter. Niemand sieht, was hinter dem Lächeln passiert. Niemand hört die Stimmen.
Drei Tage Schweigen. Hundert geschriebene und wieder gelöschte Nachrichten. Zwei Menschen, die sich lieben und zu stolz sind, den ersten Schritt zu machen. Irgendwann muss einer die Brücke überqueren.

Erik kann Gedanken lesen. Seit einem Unfall als Kind. Er hat es niemandem verraten – bis er seine Frau vor einem Brand rettet, der noch gar nicht ausgebrochen ist. Manche Geheimnisse werden gefährlich, sobald jemand ihren Wert erkennt.

Die neue Wohnung ist perfekt. Selbstreinigende Tapeten, unzerstörbarer Boden, alles auf dem neuesten Stand. Nur die Stimme, die Janet bei der Meditation hört, war nicht im Prospekt erwähnt.

Helga lebt nach Ewalds Regeln. Seit dreißig Jahren. Dann erbt sie eine Taschenuhr von Tante Metha – und als sie die Zeiger zurückdreht, springt nicht nur die Zeit zurück. Sondern auch eine Frage, die sie sich nie zu stellen wagte.

Stefan beobachtet gern die alten Gelforths im Nachbargarten. Liegestühle, Sonntagskaffee, friedliche Stille. Bis zu dem Sonntag im August, nach dem die Liegestühle leer bleiben – und die Gelforths trotzdem nicht verschwunden sind.

400.000 Mark in einer Tasche. Edwina müsste längst hier sein. Und dann klingelt das Telefon – aber niemand spricht. Edgar kennt nur einen, der so spielt. Und der vergibt nicht.